Vela Peptides
4 Min. LesezeitForschung

Wie die Reinheit von Peptiden gemessen wird: HPLC und Massenspektrometrie

Wie HPLC und Massenspektrometrie zusammenwirken, um die Reinheit eines Forschungspeptids zu bestimmen — und warum ein Verfahren allein nie ausreicht.

Reinheit ist die wichtigste einzelne Qualitätskennzahl eines Forschungspeptids. Eine Sequenz mit 80 % Reinheit verhält sich deutlich anders als eine mit 98 %, und die Art der Verunreinigungen — nicht nur ihre Menge — kann ein Experiment verfälschen. Zwei analytische Verfahren dominieren die Reinheitsbestimmung: die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) und die Massenspektrometrie (MS).

Was Reinheit tatsächlich bedeutet

Reinheit bezeichnet in der Regel den Anteil des Zielpeptids im Verhältnis zu verwandten Verunreinigungen: verkürzte Sequenzen, Deletionsprodukte, unvollständige Entschützung von Seitenketten und ähnliche Nebenprodukte der Synthese. Angegeben wird sie meist als Flächenprozent und nicht als absolutes Gewicht.

HPLC: das Gemisch auftrennen

Die Umkehrphasen-HPLC leitet die Probe durch eine Säule, die die Bestandteile nach Hydrophobizität trennt. Ein UV-Detektor, der typischerweise bei 214 oder 220 nm misst, erzeugt ein Chromatogramm, in dem jeder Bestandteil als Peak erscheint. Die Fläche des Zielpeaks geteilt durch die Gesamtfläche aller Peaks ergibt die angegebene Reinheit. Ein einzelner, gut aufgelöster dominanter Peak weist auf eine saubere Präparation hin.

Massenspektrometrie: die Identität bestätigen

Die HPLC sagt Ihnen, wie viel; die Massenspektrometrie sagt Ihnen, was. Durch Ionisierung der Moleküle und Messung ihres Masse-zu-Ladung-Verhältnisses bestätigt die MS, dass die gemessene Molekülmasse dem für die Sequenz erwarteten Wert entspricht. Verfahren wie ESI-MS und MALDI-TOF können zudem Deletionen oder Addukte aufdecken, die in der HPLC allein unbemerkt co-eluieren könnten.

Warum beide nötig sind

Keine der beiden Methoden genügt für sich allein. Die HPLC quantifiziert, kann jedoch eine Verunreinigung übersehen, die dieselbe Retentionszeit wie das Zielpeptid aufweist; die MS bestätigt die Identität, ist aber nicht von sich aus quantitativ. Gemeinsam eingesetzt ergeben sie ein belastbares Bild — deshalb wird jede Vela-Charge mit einem Analysezertifikat (COA) geliefert, das beide Verfahren vereint. Hilfe bei der Interpretation bietet unser Artikel zum Lesen eines Peptid-Datenblatts.